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Metal Warrior 4: Agents of Metal GBA

von Echtzeit am 9. Mai, 2011 · Kein Kommentar

Einfach großartig! Viel mehr bräuchte man eigentlich nicht zu sagen, aber es gibt so viel, was ich euch zu diesem Spiel erzählen möchte. Die Metal Warrior-Saga wurde für den C64 ab 1999, im Abstand einiger Monate bzw. Jahre veröffentlicht und jeder Teil war besser als der vorherige. Nummer vier ist das bis dato letzte Spiel und, in meinen Augen, das mit Abstand beste (habe extra die ersten drei angespielt). Auf dem GBA kommt ihr in den Genuss der besten Version, da zum einen die Ladezeiten komplett entfallen und zum anderen einige Detailverbesserungen vorgenommen wurden.

Die Story der ersten drei Spiele könntet ihr euch zwar auch durch spielen „erarbeiten“, da es aber lediglich Teil Numero vier nativ (keine Emulation!) für den Nintendo Handheld gibt, könnt ihr euch das „Was bisher geschah…“ einfach in einer der GBA-Umsetzung beigefügten Readme aneignen. Da die dritte Fortsetzung wie gesagt erheblich besser ist als alle Vorgänger, verpasst ihr meines Erachtens auch nicht wirklich etwas.

Ich habe in meiner Jugend so ziemlich alles für den C64 gespielt und kann mit gutem Gewissen sagen, dass Metal Warrior 4 das wahrscheinlich beste „moderne“ Spiel für den 1982 erschienenen Heimcomputer ist. Was für eine Leistung das ist – auch noch für ein Hobbyprojekt! – muss ich wohl nicht extra erwähnen. Die überraschend gute Story wird indirekt erzählt, durch E-Mails der Belegschaft, gefundene Briefe und Gespräche. Hin und wieder dürft ihr sogar den Verlauf einer Konversation beeinflussen, wie bei einem Adventure stehen mehrere Dialog-Optionen zur Verfügung.

Für ein Action-Spiel bietet MW4 insgesamt ein hohes Maß an Interaktivität mit der Umgebung. Ihr könnt Gegenstände aufheben und z.B. in Schränken verstauen (die dort dann auch bleiben!), durch Türen gehen, Fahrstühle und Leitern benutzen, Schalter bedienen und Computer-Terminals benutzen, welche entweder Text enthalten oder die Möglichkeit zum Upgraden bieten.

Zudem sind die Level nicht linear, neben Ausgängen an den rechten und linken Seiten, können auch Türen durchschritten werden. Hierdurch wird, trotz zweidimensionaler Grafik, die Illusion weitläufiger Areale sehr gut vermittelt. Ein wichtiger Punkt ist somit tatsächlich die Erkundung der Umgebung. Es müssen Schlüsselkarten gefunden werden, die einerseits optionale Räume an ganz anderer Stelle mit Munition etc. öffnen und andererseits natürlich für das Weiterkommen unerlässlich sind. Die Areale sind so weitläufig, dass man sich durchaus verlaufen kann.

Als einzigen wirklichen Schwachpunkt könnte man das Kampfsystem bemängeln, welches anfangs unhandlich und unbeholfen wirkt (mit ein wenig Übung dann aber letztendlich doch gut von der Hand geht). Doch das wird durch die tolle Atmosphäre und viele kleine Details locker wieder wett gemacht. So könnt ihr euren Charakter an versteckten Stellen in gegnerischen Installationen in zwei Bereichen aufleveln (Vitalität und Stärke). Es gibt unterschiedliche Anzeigen für Rüstung und Lebensenergie, die getrennt aufgeladen werden müssen und anders auf unterschiedliche Waffen reagieren. Apropos, insgesamt 21 (!) verschiedene Gerätschaften stehen als Waffe zur Verfügung: von den Fäusten, über Knüppel und Messer, bis hin zu nicht-tödlichen Betäubungsmitteln (elektrisch oder mit Pfeilen), Pistole, Magnum, Shotgun und sogar experimenteller Technologie ist alles dabei.

Durch clevere Tastenbelegung in Kombination mit Richtungseingaben und einem kleinen, aber feinen Menü am unteren Bildschirmrand, gehen sämtliche Aktionen wie nachladen, Gegenstände aufheben und ablegen usw., wunderbar einfach von der Hand. Während auf dem C64 noch alles auf einen einzelnen Knopf ausgelegt war, sind auf dem GBA alle Tasten sinnvoll belegt. Gegner reagieren auf Sicht und Geräusche, ein Anschleichen von hinten ist so beispielsweise möglich, ein unentdeckter Schlag mit einem Knüppel macht mehr Schaden (und gibt mehr Punkte) und Waffen mit Schalldämpfer alarmieren keine anderen Wachen.

Ihr seht schon, wie wahnsinnig komplex MW4 für ein C64-Game ist. Ihr könnt an jedem Punkt auf einen der fünf Slots speichern, was innerhalb eines Augenzwinkerns erledigt ist. Auch das Laden eines Speicherstandes ist in Millisekunden erledigt. Für mich ist dieser Titel ein (sehr) spätes Meisterwerk, welches sich auch auf dem GBA großartig anfühlt. Verglichen mit kommerziellen C64-Projekten kommt lediglich Project Firestart noch cineastischer und atmosphärischer daher, Metal Warrior 4 bietet mehr Interaktion und ist spielerischen überlegen. Es ist kaum zu glauben, wie viel Spiel die Entwickler dem alten Kasten noch entlocken konnten. Ganz nebenbei kann sich der umfangreiche und abwechslungsreiche Soundtrack sowas von hören lassen.

Funktion getestet mit: SC MiniSD

Download der neusten Version (V1.2)

Homepage

Bewertung: ★★★★½

Hier noch eine Zusammenfassung der Tastenbelegung, ohne die ihr keine Freude haben werdet:

LINKS – nach links laufen
RECHTS – nach rechts laufen
HOCH – hoch klettern
RUNTER – ducken/runter klettern/aufheben
HOCH + LINKS/RECHTS – eine Schräge hochlaufen
RUNTER + LINKS/RECHTS – schleichen
A + LINKS – nach links springen
A + RECHTS – nach rechts springen
B + RICHTUNG – angreifen
B + RUNTER oder L – aktuellen Gegenstand benutzen
B + HOCH oder R – interagieren (Türen, Personen etc.)/Gegenstand ablegen (gedrückt halten)
START – Menü aufrufen/ausblenden

Es gibt sechs mögliche Richtungen für Angriffe: links, rechts, hoch-links, hoch-rechts, unten-links und unten-rechts. Jedoch nicht alle Waffen lassen sich rückwärts oder diagonal benutzten.

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